Körner am Montag: Gute Zukunft für Industriearbeitsplätze im Neckartal

Veröffentlicht am 08.03.2021 in Woche für Woche

Dank Betriebsrat und IG Metall haben anständig bezahlte Industriearbeitsplätze im Neckartal eine gute Zukunft!

Dass die Autoindustrie im Umbruch ist, wissen wir seit vielen Jahren. Digitalisierung, autonomes Fahren, neue Mobilitätsdienstleistungen und neue Antriebstechnologien sind Stichworte, die den Umbruch prägen.

Von der Umstellung vom Verbrenner auf neue umweltfreundlichere Antriebstechnologien sind weniger die Aufbauwerke des in Stuttgart beheimateten Daimler-Konzerns betroffen, sondern vor allem die sog. Powertrain-Werke, wie das Werk Untertürkheim, wo Motoren, Achsen und Getriebe gefertigt, montiert und an die weltweit verteilten Montagewerke versandt werden.

In den sieben Werkteilen des Stammwerks Untertürkheim sind allein 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Fertigung und der Montage von Motoren, Achsen und Getrieben im Zusammenhang mit herkömmlichen Antriebstechnologien des Verbrennermotors beschäftigt.

Die anstehende Transformation hat Auswirkungen auf die Arbeitsplätze und auf die Wertschöpfung, die im Neckartal in Stuttgart generiert wird. Wenn wir das gemeine Wohl unserer Stadt in den Blick nehmen, haben wir ein Interesse, dass neue zukunftsträchtige Arbeitsplätze im Neckartal entstehen - auch Arbeitsplätze in der Fertigung. Stuttgart soll weiterhin Industriestadt sein, weil das unsere Stadt auch ausmacht, weil damit hohe Wertschöpfung, Wohlstand und die Finanzierung wichtiger öffentlicher Dienstleistungen verbunden sind und weil viele Tausend Familien damit gute Einkommen erzielen können. Aus den gleichen Gründen ist es im Interesse der Stadt, dass der Arbeitsplatzabbau im Verbrennerbereich in Stuttgart sozialverträglich stattfindet. Der rasche Wegfall vieler Fertigungs- bzw. Montagearbeitsplätze entspricht nicht den Anforderungen an eine sozialverträgliche Transformation.

Für die langfristige Sicherung des Werks Untertürkheim als Forschungs- und Produktionsstandort hat die Stadt dem Daimler-Konzern in 2008 bzw. 2009 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 60.000 qm zu einem Preis von 15,9 Mio. Euro verkauft (Vergleiche GRDrs 217/2008). In der damaligen Beschlussvorlage für den Gemeinderat wird u.a. auf die "Intensivierung der technologischen Aktivitäten für emissionsarme Fahrzeuge" und den damit einhergehenden Flächenbedarf auf dem Werksgelände hingewiesen. Das Werk Untertürkheim sollte durch den Verkauf der städtischen Flächen an Daimler gestärkt werden. Eine Weiterentwicklung auf dem Werksgelände sollte durch Verlagerungen auf die verkauften Grundstücke ermöglicht werden. In 2016 hat der Gemeinderat einer dreijährigen interimsweisen Nutzung eines Teils der verkauften Flächen zugestimmt, weil vorübergehend eine erhöhter Stellplatzbedarf geltend gemacht wurde. Jetzt wünscht sich der Konzern eine Verlängerung dieser interimsweisen Genehmigung. Zur Begründung gab es am 24. November 2020 einen mündlichen Bericht im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik.

Wir als SPD-Fraktion haben hierzu beantragt, diesem Wunsch nur unter der Bedingung stattzugeben, dass sich Betriebsrat und Management des Daimler-Konzerns bis Ende Juli 2021 auf die Ansiedlung eines neuen Kompetenzzentrums für E-Mobilität im Werk Untertürkheim und eine sozial verträgliche Transformation von Arbeitsplätzen im Powertrain-Bereich einigen (SPD-Antrag Nr. 498/2020). Diese Einigung ist jetzt erzielt worden  – dank der Arbeit von Michael Häberle und seinem Team der IG Metall vor Ort scheint es jetzt eine gute Zukunft für das Daimler-Stammwerk im Neckartal zu geben. Was für ein Erfolg der Sozialpartnerschaft von Unternehmen und Gewerkschaften!

Eine entsprechende Berichterstattung der Stuttgarter Zeitung können Sie über folgenden Link abrufen:

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bei-daimler-zeichnet-sich-ein-kurswechsel-ab-produziert-daimler-bald-auch-elektromotoren-und-batteriezellen.c1a72622-8bc2-41ef-92f8-9970d0ba3755.html?reduced=true

 

 

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